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Managementgruppe zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der Thüringer Wirtschaft

Fachkräftesicherung ist für Thüringen ein wichtiges Zukunftsthema. Die Verfügbarkeit von Fachkräften hat eine zentrale Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats. Der Wirtschaftsstandort Thüringen setzt auf High-Tech und Innovation. Dies setzt qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Deshalb ist das Land gefordert, alles dafür zu tun, die Deckung des Fachkräftebedarfs auch künftig zu sichern. Denn die Fachkräftefrage beantwortet sich nicht von selbst.

 Bereits seit 2001 entwickelt die sog. Managementgruppe zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der Thüringer Wirtschaft, in der Vertreter der fachlich betroffenen Ministerien, der Kammern, der Wirtschaftsverbände, der Gewerkschaften, der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, der Landesentwicklungsgesellschaft und des Landesamtes für Statistik gemeinsam Schlussfolgerungen, Empfehlungen und Maßnahmevorschläge für die verschiedenen Handlungsfelder, die im Zusammenhang mit der Fachkräftesicherung für die einheimische Wirtschaft stehen und durch die der steigende Bedarf an qualifizierten und gezielt ausgebildeten Fach- und Führungskräften in den kommenden Jahren gedeckt werden kann, ( Erster, Zweiter, Dritter und Vierter Bericht der Managementgruppe an den Thüringer Ministerpräsidenten).
 
Von Anfang an wurde in der Managementgruppe Wert darauf gelegt, die Erfahrungen, Erkenntnisse und Lösungsansätze von Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung einzubeziehen. Die zuständigen Fachressorts der Landesregierung und die Akteure des Arbeitsmarktes suchen intensiv auch nach Lösungen der Abwanderung gut Ausgebildeter entgegenzuwirken. Insofern ist diese Arbeitsgruppe ein wichtiges Instrument zur Fachkräftesicherung in Thüringen. Vergleichbare Arbeitsgruppen dieser Beteiligungsbreite in anderen Ländern sind nicht bekannt.
 
Daneben werden von der Managementgruppe die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den künftigen Fachkräfte-Arbeitsmarkt sowie die Frage der Abwanderungsproblematik intensiv behandelt. Sie nimmt dabei Bezug auf die seit 2002 im Zwei-Jahres-Rhythmus aktualisiert erschienenen Fachkräftestudien „Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen“ zur Ermittlung des Fachkräftebedarfs, der sektoral, regional, geschlechtsspezifisch und nach dem Qualifizierungsstand differenziert dargestellt wird und die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs in den einzelnen Berufsgruppen beschreibt. Dabei wird seit 2008  in die Analyse auch eine Unternehmensbefragung einbezogen. Neben der Beschreibung der gegenwärtigen Beschäftigungssituation und der Entwicklung der Humanressourcen enthält die Studie auch konkrete Hinweise für Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sowie entsprechende Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure des Arbeitsmarktes.
 
Die Managementgruppe erarbeitete die sog. „ Thüringer Allianz zur Fachkräftesicherung, die am 10. März 2009 unterzeichnet wurde. Diese Allianz nimmt die Intentionen unterschiedlicher Thüringer Vereinbarungen (Ausbildungspakt, Bildungspakt, Allianz für Familie und Beruf) auf und betont die übergreifende Funktion der Fachkräftesicherung für die Thüringer Wirtschaft. Die „Allianz zur Fachkräftesicherung“ umfasst — beginnend bei der schulischen Allgemeinbildung und der weiteren Verbesserung der Vorbereitung für Berufe mit Fachkräftebedarf über die berufliche Ausbildung und das Studium — auch Fragen der Weiterbildung und Qualifizierung sowohl Arbeitsloser als auch Beschäftigter und der Familienfreundlichkeit von Unternehmen. Die Unterzeichner der Allianz zur Fachkräftesicherung (der Thüringer Ministerpräsident, der Thüringer Wirtschaftsminister, der Thüringer Kultusminister, die Präsidenten der Industrie- und Handelskammern, die Präsidenten der Handwerkskammern, der Präsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens e.V., der DGB-Landesvorsitzende, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundsagentur für Arbeit) haben die Managementgruppe gebeten, die Umsetzung und Weiterentwicklung der Allianz zu begleiten. Der erste Ergebnisbericht zum Umsetzungsstand der Allianz wurde im März 2010 von der Managementgruppe verabschiedet.
 
Thüringen leistet mit einem Bündel von Maßnahmen einen effektiven Beitrag, um Fachkräfte im Land zu halten oder wieder nach Thüringen zurück zu holen: Neben den Qualifizierungsberatern und dem Quali-Service Thüringen (QST), einer Internetplattform zum Thema „Berufliche Qualifizierung“, der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GFAW) gibt es den Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS) der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Die LEG unterstützt mit dem UFaS Unternehmen und Firmen dabei, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Die Service-Zentren in Erfurt, Eisenach, Suhl, Nordhausen und Gera ermitteln Thüringen weit den Mitarbeiterbedarf der Unternehmen und legen Datenbanken über verfügbare Arbeitskräfte an. Ziel ist es außerdem, Thüringer Fachkräfte aus den alten Ländern nach Thüringen zurück zu holen. So werden gezielt „Abwanderer“ angesprochen und für eine Rückkehr nach Thüringen geworben.
 
Als weiterer Schwerpunkt zur Fachkräftesicherung in Thüringen wurde der "Runde Tisch Fachkräftesicherung" eingesetzt. Kammern und TMWAT haben gemeinsame Arbeitsgruppen gebildet. Zusätzlich wird das Thema "Fachkräftesicherung" im neu gegründeten Wirtschafts- und Innovationsrat thematisiert.
 
In Thüringen wird ein landesweites Fachkräftemonitoring aufgebaut. Über die QST-Plattform stehen Auszubildenden und Ausbildungssuchenden, den Ausbildungsbetrieben und den Kammern eine Bildungsdatenbank, ein Bildungsmonitoring und ein Ausbildungswegweiser zur Verfügung. Die bei Kammern, VMET, Parität und DGB angesiedelten Qualifizierungsberater erheben vierteljährlich den aktuellen Fachkräftebedarf in Thüringen. Diese Ergebnisse fließen in das Fachkräftemonitoring, insbesondere in den Quali-Service Thüringen ein.
 

Zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen der Landesregierung wird die Zusammenarbeit des Wirtschaftsministeriums mit der Regionaldirektion der Arbeitsagentur beim Thema Fachkräftesicherung intensiviert. Auf Grundlage des regionalen Arbeitsmarktmonitors der Arbeitsagentur werden regionale Arbeitsmarktkonferenzen in Thüringen durchgeführt, auf denen die maßgeblichen Interessensgruppen zusammenkommen, um regionale Entwicklungen (Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Fachkräfte) zu besprechen. Dabei sollen lokale Netzwerke gefestigt und etabliert werden.

Vierter Bericht

Dritter Bericht

Zweiter Bericht

Erster Bericht