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Reinholz: „Bis 2020 die Hälfte aller vom Aussterben bedrohten Arten retten“

Der rundblättrige Sonnentau steht auf der Liste der gefährdeten heimischen Pflanzen. Foto: Hilmar Fehringer, (Archiv TMLFUN)
Der rundblättrige Sonnentau steht auf der Liste der gefährdeten heimischen Pflanzen. Foto: Hilmar Fehringer, (Archiv TMLFUN)

„Unser Ziel muss es sein, bis 2020 mindestens die Hälfte aller in Thüringen vom Aussterben bedrohten Arten zu retten. Dazu brauchen wir das Engagement aller“, sagte Umweltminister Jürgen Reinholz heute anlässlich der Vorstellung der Roten Listen.

In Thüringen gelten derzeit 40,8 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sowie 51,2 Prozent der heimischen Pflanzengesellschaften als gefährdet.

 

Zwei Drittel der untersuchten Tier- und Pflanzengruppen weisen heute weniger gefährdete Arten auf als im Jahr 2001, so zum Beispiel Vögel, Libellen und Heuschrecken. Dagegen finden die Experten bei einem Viertel der Gruppen, wie bei Farn- und Blütenpflanzen, deutlich mehr gefährdete Arten als 2001 (plus 12,3 Prozent). Manche Bestände wie die der Fledermausart Kleine Hufeisennase haben sich dank intensiver Schutzbemühungen leicht stabilisiert.

 

Der Bestand der Feuersalamander soll vor dem Aussterben gesichert werden. Foto: Hilmar Fehringer, (Archiv TMLFUN)
Der Bestand der Feuersalamander soll vor dem Aussterben gesichert werden. Foto: Hilmar Fehringer, (Archiv TMLFUN)

Die Roten Listen werden alle zehn Jahre im Auftrag des Freistaats unter Federführung der Landesanstalt für Umwelt und Geologie für verschiedene Artengruppen erarbeitet. Für die aktuelle Fassung wurden knapp 17.000 Arten untersucht und nach bundesweit einheitlichen Kriterien in Gefährdungsklassen eingestuft. Die nötigen Daten wurden von hunderten, größtenteils ehrenamtlich tätigen Fachleuten erhoben.

Auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht auch der Moorfrosch. Foto: Dr. Christoph Robiller, (Archiv TMLFUN)
Auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht auch der Moorfrosch. Foto: Dr. Christoph Robiller, (Archiv TMLFUN)

Die im Oktober 2011 beschlossene Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt hat das Ziel gesetzt, bis zum Erscheinen der nächsten Roten Listen im Jahr 2020 mindestens die Hälfte der heute vom Aussterben bedrohten Arten in ihren Beständen zu sichern. Dazu sind unter anderem Projekte des Arten- und Lebensraumschutzes und Förderprogramme für bedrohte Arten der Agrarlandschaft vorgesehen.

Die Fotos wurden thueringen.de freundlicherweise vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz zur Verfügung gestellt.